ESC-Kongress 2026

Innovation aus der kardialen Bildgebung

Die Arbeitsgruppe „Multimodale Kardiovaskuläre Bildgebung in der Kardiologie“ rund um Priv.-Doz. Dr. Alexander Schulz aus der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen war beim ESC-Kongress 2026 mit fünf wissenschaftlichen Beiträgen in moderierten E-Poster-Sitzungen und Vorträgen vertreten. Im Mittelpunkt standen neue Ansätze zur Erkennung von Herzmuskelschäden, zur frühzeitigen Identifikation einer Herzinsuffizienz und zum Verständnis ihrer zugrunde liegenden Mechanismen.

Ein Schwerpunkt war die Erkennung myokardialer Fibrose bei Aortenklappenstenose mithilfe der kardialen Magnetresonanztomographie (CMR) und sogenannter Radiomics-Verfahren. Dabei werden zahlreiche quantitative Bildmerkmale, beispielsweise zur Gewebetextur, aus den MRT-Aufnahmen gewonnen und mit Methoden des maschinellen Lernens ausgewertet. Durch den Abgleich mit histologisch untersuchten Gewebeproben wird geprüft, inwieweit diese Merkmale krankhafte Bindegewebsveränderungen des Herzmuskels erkennen können. Perspektivisch könnte dieser Ansatz die nichtinvasive Beurteilung der Herzmuskelschädigung und eine individualisierte Risikoeinschätzung unterstützen.

Darüber hinaus stellte die Arbeitsgruppe vorläufige Ergebnisse der ARTS-PREDICTION-Studie vor. Diese untersucht die nichtinvasive Pulswellenanalyse als möglichen Screeningansatz für eine Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion (HFpEF) bei Menschen mit erhöhtem Risiko. Ziel ist es, Hinweise auf eine bislang unerkannte Erkrankung frühzeitig zu erfassen und Betroffene einer gezielten weiterführenden Diagnostik zuzuführen.

Priv.-Doz. Dr. Schulz präsentierte außerdem Ergebnisse zur Belastungs-MRT des Herzens, der sogenannten Exercise-CMR, bei hypertropher Kardiomyopathie. Die Untersuchung macht sichtbar, wie sich die Herzfunktion unter körperlicher Belastung verändert. Bei stärker symptomatischen Patientinnen und Patienten zeigte sich eine eingeschränkte Fähigkeit der linken Herzkammer, sich unter Belastung zu entleeren – teilweise verblieb nach der Kontraktion sogar mehr Blut in der Kammer als in Ruhe. Diese Veränderungen waren mit der Symptombelastung verbunden und lieferten zusätzliche Informationen gegenüber der Untersuchung in Ruhe.

Die Arbeiten verfolgen ein gemeinsames Ziel: Herzerkrankungen durch innovative Diagnostik früher zu erkennen, ihre Mechanismen besser zu verstehen und langfristig eine gezieltere Behandlung zu ermöglichen.

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Assistenzarzt

Priv.-Doz. Dr. Alexander Schulz

Priv.-Doz. Dr. Alexander Schulz

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