Die Methodik
Die Therapie Ihrer Erkrankung richtet sich nach Ihrer persönlichen Situation, der genauen Diagnose und möglichen Begleiterkrankungen. Ziel ist stets eine wirksame, sichere und möglichst schonende Behandlung. Alle therapeutischen Schritte werden vorab ausführlich mit Ihnen besprochen.
Medikamentöse Therapie
Medikamente sind bei vielen Herzerkrankungen der erste und wichtigste Therapieschritt. Sie können Beschwerden lindern, das Fortschreiten einer Erkrankung verlangsamen und das Risiko für Komplikationen senken.
Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz, zum Beispiel:
- Blutdrucksenkende Medikamente
- Medikamente zur Entlastung des Herzens
- Medikamente zur Regulierung des Herzrhythmus
- Blutverdünnende Medikamente
Die Einnahme erfolgt meist dauerhaft. Wichtig sind:
- regelmäßige Einnahme
- ärztliche Kontrollen
- Rückmeldung bei Nebenwirkungen
Kathetergestützte (interventionelle) Therapien
Interventionelle Kathetertherapien kommen zum Einsatz, wenn Erkrankungen des Herzens gezielt behandelt werden sollen, ohne den Brustkorb operativ zu öffnen. Die Eingriffe erfolgen im Herzkatheterlabor über Blutgefäße am Handgelenk oder in der Leiste.
Koronarintervention (Ballon, Stent)
Wann wird dieses Verfahren eingesetzt?
Eine Koronarintervention ist sinnvoll bei einer koronaren Herzkrankheit oder einem Herzinfarkt, wenn verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße den Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen.
Wie läuft der Eingriff ab?
- Zugang meist über das Handgelenk
- Örtliche Betäubung, keine Vollnarkose
- Aufdehnung der Engstelle mit einem Ballon
- Einsetzen eines Stents zur Stabilisierung des Gefäßes
Wie lange dauert der Eingriff und der Krankenhausaufenthalt?
- Eingriffsdauer: ca. 30–60 Minuten
- Krankenhausaufenthalt: häufig 1–3 Tage, bei Herzinfarkt länger
Katheterablation
Wann wird dieses Verfahren eingesetzt?
Eine Katheterablation wird bei bestimmten Herzrhythmusstörungen empfohlen, z. B. bei Vorhofflimmern, Vorhofflattern oder schnellen Herzrhythmusstörungen, wenn Medikamente nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden.
Wie läuft der Eingriff ab?
- Einführung mehrerer Katheter über die Leistenvenen
- Elektrische Vermessung des Herzens
- Gezielte Ausschaltung krankhafter Areale (Ablation)
Welche Ablationsverfahren gibt es?
- Radiofrequenzablation (Wärme)
- Kryoablation (Kälte)
- Pulsed-Field-Ablation (elektrische Impulse)
Wie lange dauert der Eingriff und der Krankenhausaufenthalt?
- Eingriffsdauer: 1–3 Stunden (je nach Verfahren)
- Sedierung oder Kurznarkose
- Krankenhausaufenthalt: meist 2–3 Tage
Herzklappentherapie
Wann wird dieses Verfahren eingesetzt?
Interventionelle Herzklappentherapien kommen bei relevanten Herzklappenerkrankungen zum Einsatz wie Stenosen und Insuffizienzen und wenn Beschwerden wie Luftnot, Leistungsminderung oder Herzschwäche bestehen – insbesondere bei Patient*innen mit erhöhtem Operationsrisiko.
Wie läuft der Eingriff ab?
- Zugang über die Leiste
- Durchführung im Herzkatheterlabor oder Hybrid-OP
- In Lokalanästhesie, Sedierung oder Vollnarkose
Welche Verfahren gibt es?
- TAVI – kathetergestützter Aortenklappenersatz
- MitraClip / Pascal – Reparatur der Mitralklappe
- Evoque – kathetergestützter Trikuspidalklappenersatz
- Sapiens M3 - kathetergestützer Mitralklappenersatz
Wie lange dauert der Eingriff und der Krankenhausaufenthalt?
- Eingriffsdauer: 1–2 Stunden
- Krankenhausaufenthalt: meist 3–7 Tage
Implantierbare Therapiesysteme
Implantierbare Geräte kommen zum Einsatz, wenn das Herz dauerhaft Unterstützung benötigt.
Herzschrittmacher
Was ist das und wann wird er benötigt?
Ein Herzschrittmacher wird eingesetzt, wenn das Herz zu langsam schlägt oder die elektrische Reizleitung gestört ist.
Was tut das Gerät?
- Gibt elektrische Impulse ab
- Sorgt für einen regelmäßigen Herzschlag
Ablauf und Aufenthalt
- Implantation unter örtlicher Betäubung
- Eingriffsdauer: ca. 45–60 Minuten
- Krankenhausaufenthalt: meist 2–3 Tage
Implantierbarer Defibrillator (ICD)
Was ist das und wann wird er benötigt?
Ein ICD schützt vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, die zum plötzlichen Herztod führen können.
Was tut das Gerät?
- Erkennt gefährliche Rhythmusstörungen
- Gibt bei Bedarf einen elektrischen Impuls oder Schock ab
Ablauf und Aufenthalt
- Implantation ähnlich wie beim Herzschrittmacher
- Krankenhausaufenthalt: meist 2–4 Tage
Weitere implantierbare Systeme
- CRT (kardiale Resynchronisationstherapie): verbessert die Koordination der Herzkammern
- CCM (kardiale Kontraktilitätsmodulation): unterstützt die Herzleistung
Diese Systeme werden individuell geprüft und angepasst.
Operative Therapien
In bestimmten Situationen ist eine Operation notwendig, etwa bei komplexen Herzklappen‑ oder Gefäßerkrankungen. Ob eine operative oder interventionelle Therapie empfohlen wird, wird interdisziplinär im sogenannten Heart Team entschieden. Dabei fließen medizinische Leitlinien ebenso ein wie individuelle Faktoren und Ihre persönlichen Wünsche. Die Klinik für Kardiologie und Pneumologie arbeitet dabei sehr eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie zusammen.
Gut zu wissen
Welche Therapie für Sie geeignet ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen und einem hochspezialisierten Team – transparent, leitlinienbasiert und individuell.
Das könnte Sie auch interessieren
