Herzklappenerkrankungen
Wenn die Ventile nicht mehr arbeiten

Das Herz verfügt über vier Herzklappen – Aortenklappe, Mitralklappe, Trikuspidalklappe und Pulmonalklappe. Sie wirken wie Ventile und sorgen dafür, dass das Blut im Herzen in die richtige Richtung fließt. Herzklappenerkrankungen entstehen, wenn eine oder mehrere dieser Klappen verengt sind (Klappenstenose) oder nicht mehr vollständig schließen (Klappeninsuffizienz). Die Erkrankungen können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln, etwa durch altersbedingte Veränderungen, Entzündungen oder als Folge anderer Herzerkrankungen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden hängen davon ab, welche Klappe betroffen ist und wie ausgeprägt die Erkrankung ist. Mögliche Symptome sind:
- Luftnot, zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe
- Leistungsabnahme und schnelle Ermüdung
- Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen
- Schwindel oder Ohnmacht
- Wassereinlagerungen in Beinen oder Bauch
Leichte Klappenveränderungen verursachen oft lange Zeit keine Beschwerden.
Wie wird eine Herzinsuffizienz festgestellt?
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus ärztlichem Gespräch (Anamnese), körperlicher Untersuchung und technischen Untersuchungen. Dazu gehören unter anderem:
- Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie)
- Blutuntersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG)
- ggf. weitere bildgebende Verfahren oder Belastungstests
Welche Untersuchungen notwendig sind, richtet sich nach der individuellen Fragestellung. Viele Untersuchungen sind nicht invasiv und können ambulant durchgeführt werden.
Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?
Die Behandlung der Herzinsuffizienz erfolgt in der Regel stufenweise und individuell angepasst. Zentrale Bestandteile sind:
- eine medikamentöse Therapie zur Entlastung des Herzens
- Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen
- Anpassung von Lebensstil und körperlicher Belastung
- regelmäßige ärztliche Kontrollen
Je nach Ausprügung der Herzschwäche können zusätzlich implantierbare Geräte oder kathetergestützte Verfahren sinnvoll sein.
Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern.
Behandlung an der Universitätsmedizin Göttingen
Patient*innen mit Herzinsuffizienz werden in der Klinik für Kardiologie und Pneumologie in spezialisierten Ambulanzen und auf dafür ausgewiesenen Stationen betreut. Für Menschen mit fortgeschrittener Herzschwäche steht eine interdisziplinäre Heart Failure Unit (HFU) zur Verfügung, in der Kardiologie, Herzchirurgie und weitere Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten.
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