Forschung gemeinsam weiterentwickeln
Klinische Studien sind ein zentraler Bestandteil der kardiologischen Forschung an der Universitätsmedizin Göttingen. Sie ermöglichen es, neue diagnostische und therapeutische Verfahren systematisch zu prüfen, weiterzuentwickeln und – wenn sie sich bewähren – in die klinische Versorgung zu überführen.
Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht aktuell laufender klinischer Studien, an denen die Klinik für Kardiologie und Pneumologie beteiligt ist.
Rekrutierende Studien
| Krankheitsbild/Gruppe | Studie | Studienbeschreibung | Einschlusskriterien | Ausschlusskriterien |
|---|---|---|---|---|
| HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie) | CY6022 FOREST | Offene Langzeit-Verlängerungsstudie zur Bewertung der Sicherheit und Verträglichkeit von Aficamten | Erwachsene Patienten (18-85 J.) mit HCM, die zuvor eine Aficamten-Vorstudie (z. B. REDWOOD-HCM) erfolgreich abgeschlossen haben. | Schwere Begleiterkrankungen, die das Langzeit-Follow-up gefährden; Schwangerschaft oder Stillzeit; Unverträglichkeit gegen den Wirkstoff |
| CY60333 ACACIA | Phase-3-Studie zur Wirksamkeit von Aficamten bei Patienten mit nicht-obstruktiver HCM (nHCM). | Symptomatische nHCM; LVOT-Gradient < 30 mmHg; NYHA-Klasse II–III; LVEF ≥ 60%; erhöhtes NT-proBNP (> 300 pg/ml). | Vorangegangene septale Reduktionstherapie (Myektomie/TASH); signifikante Klappenerkrankungen; LVEF < 45% in der Historie. | |
| FORTITUDE-HCM | Untersuchung von Ninerafaxstat (Stoffwechselmodulator) zur Verbesserung der Belastungskapazität bei nHCM. | Bestätigte nHCM; Alter ≥ 18 J.; NYHA II-III; nachgewiesene Einschränkung in der Spiroergometrie (Peak VO2 < 80%). | Infiltrative Kardiomyopathien (Amyloidose, Morbus Fabry); instabile Angina Pectoris; schwere Herzrhythmusstörungen. | |
| NS-HCM iPSCs | Forschungsprojekt zur Gewinnung von Patienten-Zellen für die Krankheitsmodellierung im Labor. | Patienten mit klinisch gesicherter nicht-obstruktiver HCM oder bekannter genetischer Mutation (z.B. MYH7, MYBPC3). | Fehlendes Einverständnis zur genetischen Analyse oder zur Erzeugung pluripotenter Stammzellen (iPSCs) | |
| HFrEF (LVEF ≤ 40%) | BioVAT-HF | Innovative Therapie mit einem Herzpflaster (Engineered Heart Tissue) aus induzierten Stammzellen zur Regeneration | Patienten mit schwerer HFrEF (LVEF < 35%); NYHA II-IV trotz optimaler Therapie; Eignung für herzchirurgische Implantation | Akute Dekompensation; Malignome in der Vorgeschichte; Kontraindikation für notwendige lebenslange Immunsuppression. |
| DIGItoxin | Randomisierte Studie zur Frage, ob Digitoxin die Sterblichkeit und Hospitalisierung bei HFrEF senkt. | Chronische HFrEF (LVEF ≤ 40%); NYHA II–IV; stabile medikamentöse Leitlinientherapie (Beta-Blocker, ACEi/ARNI). | Bekannte Digitalis-Intoxikation; AV-Block II. oder III. Grades (ohne Schrittmacher); schwere Niereninsuffizienz; Hypokaliämie. | |
| FAIR-HF2 | Prüfung der Wirkung von IV-Eisen (Ferric Derisomaltose) auf die Rate an Klinikeinweisungen. | Symptomatische HFrEF (LVEF ≤ 45%); Eisenmangel (Ferritin <100 µg/L oder 100-299 µg/L bei TSAT <20%). | Hämoglobin > 15 g/dL; aktive Infektionen; bekannte Überempfindlichkeit gegen IV-Eisenpräparate. | |
| BAROSTIM | Evaluation der Baroreflex-Aktivierungstherapie (BAT) mittels implantiertem Stimulator bei Herzschwäche. | NYHA III; LVEF ≤ 35%; NT-proBNP < 1600 pg/ml; keine Indikation für CRT (QRS < 130ms) oder CRT-Non-Responder. | Signifikante Karotisstenose (> 60%); geplante Herz-OP; schwere chronische Niereninsuffizienz (eGFR < 30). | |
| HFpEF (LVEF ≥ 50%) | SPIRIT-HF | Untersuchung der Wirkung von Spironolacton auf die funktionelle Kapazität bei HFpEF-Patienten. | NYHA II–III; LVEF ≥ 50%; NT-proBNP-Erhöhung (> 125 pg/ml) oder strukturelle Herzveränderungen (LVH/LA-Vergrößerung). | Serum-Kalium > 5.0 mmol/L; eGFR < 30 ml/min/1.73m²; schwere Leberfunktionsstörung. |
| FAIR-HFpEF | IV-Eisensubstitution bei Patienten mit erhaltener Pumpfunktion und Eisenmangel | HFpEF (LVEF ≥ 50%); dokumentierter Eisenmangel; NYHA II-III. | Analog FAIR-HF2: Hb > 15 g/dL; Unverträglichkeit; Ferritin-Werte außerhalb der Einschlussgrenzen | |
| CABA-HFPEF | Studie zur Katheterablation von Vorhofflimmern als Therapie der HFpEF-Symptomatik. | Paroxysmales oder persistierendes Vorhofflimmern; HFpEF (LVEF ≥ 50%); NYHA II-III. | Permanent vorliegendes Vorhofflimmern (> 1 Jahr); schwere Klappenvitien; ausgeprägte Vorhofdilatation. | |
| HFpEF-Stress | Phänotypisierung der Herzinsuffizienz mittels Belastungsuntersuchungen (Stress-Echo/MRT). | Patienten mit Dyspnoe (NYHA II-III) bei normaler Ruhe-Ejektionsfraktion (LVEF > 50%). | Unfähigkeit zur körperlichen Belastung; schwere Lungenerkrankungen (COPD Gold IV). | |
| Shunt-Systeme (HF) | REDUCE-LAP III | Wirksamkeit des Atrial Flow Regulators (AFR) zur Senkung des Vorfodrucks bei HFpEF/HFmrEF. | Symptomatische HF (LVEF ≥ 40%); PCWP unter Belastung ≥ 25 mmHg oder in Ruhe ≥ 15 mmHg. | Rechtsherzversagen; pulmonal-vaskulärer Widerstand > 4 Wood Units; Schlaganfall in den letzten 3 Monaten. |
| RESPONDER-HF | Evaluation des Corvia Atrial Shunt Systems im Vergleich zu einer Scheinintervention (Sham). | Ähnlich REDUCE-LAP: Erhöhter PCWP bei Belastung; stabile Medikation; NYHA II-IVa. | Anatomisch ungeeignetes Vorhofseptum; signifikante Trikuspidalinsuffizienz; schweres COPD. | |
| KHK & Intervention | BioMAG II | Vergleich des resorbierbaren Freesolve™ Magnesium-Scaffolds mit dem Xience-Stent. | KHK; max. 2 de novo Läsionen; Gefäßdurchmesser 2.5 bis 4.2 mm; Läsionslänge ≤ 28 mm. | Akuter Myokardinfarkt (STEMI < 72h); Bifurkationsläsionen mit notwendigem 2-Stent-Verfahren; starke Gefäßverkalkung. |
| Complete-NSTEMI | Strategievergleich: Nur Infarktgefäß vs. komplette Revaskularisation bei NSTEMI. | NSTEMI; Mehrgefäßerkrankung (mind. 1 weitere Stenose > 70%); erfolgreiche PCI des Hauptgefäßes. | Kardiogener Schock; geplante operative Bypass-Versorgung (CABG); Kontrastmittelallergie. | |
| ASCVD / GARDEN | Lipidsenkung durch RNA-Interferenz-Therapie (Zilebesiran) bei hohem Risiko. | Vorbekannte atherosklerotische Erkrankung; LDL-Cholesterin trotz Statintherapie über dem Zielwert. | Schwere Leberinsuffizienz; aktive Krebserkrankung; Unwilligkeit zur Langzeit-Injektionstherapie. | |
| Prävention / MRT | CMR-ICD (DZHK23) | MRT-basierte Risikostratifizierung für die ICD-Versorgung nach Herzinfarkt. | Zustand nach Myokardinfarkt (> 40 Tage); LVEF 36–50 %; Nachweis von Myokardnarben im MRT. | LVEF ≤ 35 % (Standard-ICD-Indikation); Kontraindikation für MRT (z.B. nicht MRT-fähige Implantate). |
| VISTA / TRITON | Bildgebungsstudien zur Verlaufskontrolle von Gefäß- und Klappenveränderungen. | Patienten mit Hypertonie oder Klappenvitien (TAVI-Kandidaten); geplante klinische MRT. | Akutes Nierenversagen; instabile Kreislaufverhältnisse; Unfähigkeit zum Atemanhalt während MRT. | |
| Versorgung / Register | TRAM / PERGO | Registerstudien zur klinischen Realität bei Klappeneingriffen (Trikuspidal/Aorta). | Patienten, bei denen eine interventionelle Klappentherapie (TriClip, TAVI) durchgeführt wird. | Keine spezifischen medizinischen Ausschlussgründe, da Beobachtungsstudie. |
| TORCH PLUS | Prospektives Register mit Biobank zur Ursachenforschung der Herzinsuffizienz. | Alle Patienten mit diagnostizierter Herzinsuffizienz, unabhängig von der Ursache. | Verweigerung der Proben-Hinterlegung in der Biobank. | |
| REDUCA-MFA | Analyse und Reduktion von Medikationsfehlern im Übergang von Klinik zu Hausarzt. | Stationäre Patienten mit Herzinsuffizienz kurz vor Entlassung nach Hause. | Patientenentlassung in Pflegeheim; schwere Demenz (keine Nachbefragung möglich). |
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