SSPC NXT

Site Selective Pacing Catheter

Mit dem erstmaligen Einsatz eines neuen Kathetersystems für das Conduction System Pacing erweitert die Klinik für Kardiologie und Pneumologie ihr Spektrum in der interventionellen Rhythmologie. Ende April wurde erstmals ein Site Selective Pacing Catheter NXT der Boston Scientific zur gezielten Sondenplatzierung im Reizleitungssystem des Herzens eingesetzt. Das System dient als Führungsinstrument für die Implantation von Schrittmachersonden, insbesondere im Bereich des linken Tawara-Schenkels (Left Bundle Branch Area, LBBA), und ermöglicht damit eine physiologisch orientierte Stimulation.

Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung des Conduction System Pacing als Alternative zur konventionellen rechtsventrikulären Stimulation. Während letztere mit einer nicht-physiologischen Erregungsausbreitung einhergehen kann, zielt die Stimulation im Bereich des Reizleitungssystems darauf ab, die natürliche elektrische Aktivierung des Herzens möglichst originalgetreu nachzubilden. Insbesondere die Platzierung im Bereich des linken Tawara-Schenkels wird dabei als vielversprechender Ansatz diskutiert, da sie eine synchronere Ventrikelaktivierung ermöglichen und potenziell das Risiko für pacingassoziierte kardiale Funktionsverschlechterungen reduzieren kann.

Die technische Herausforderung dieser Verfahren liegt in der präzisen und stabilen Positionierung der Sonde im Bereich des interventrikulären Septums. Hier setzt das neue Kathetersystem an: Der SSPC NXT ist ein perkutan eingesetzter Einmal-Katheter zur venösen Einführung von Schrittmachersonden. Durch verschiedene Katheterformen, eine verlängerte Bauweise sowie verbesserte mechanische Stabilität unterstützt er die Navigation in unterschiedlichen kardialen Anatomien und erleichtert die gezielte Platzierung im Bereich des linken Tawara-Schenkels oder anderer septaler Stimulationsorte.

Mit dem ersten erfolgreichen Einsatz dieses Systems wurde die Grundlage geschaffen, physiologische Stimulationsstrategien im klinischen Alltag noch reproduzierbarer umzusetzen. Die Weiterentwicklung der Kathetertechnologie adressiert damit eine zentrale Limitation des Conduction System Pacing und erweitert die Möglichkeiten einer individualisierten Schrittmachertherapie, insbesondere bei Patient*innen mit komplexen anatomischen Voraussetzungen oder erhöhtem Risiko für pacingbedingte kardiale Dysfunktion.

Ansprechpartner*innen

Direktorin

Prof. Dr. med Constanze Schmidt

Prof. Dr. med Constanze Schmidt

Kontaktinformationen

Sekretariat

Leitender Oberarzt

Priv.-Doz. Dr. Felix Wiedmann

Priv.-Doz. Dr. Felix Wiedmann

Kontaktinformationen

  • Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
    Zusatzqualifikation Spezielle Rhythmologie (Invasive Elektrophysiologie und Aktive Herzrhythmusimplantate) 

    FESC (Fellow of the ESC)
    FEHRA (Fellow of the European Heart Rhythm Association)

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